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Essay

Araber in Frankfurt: Einige verbergen ihr Scheitern, indem sie mich beschimpfen

Ich und die Zeitung Al-Hayat: Der Gegner als Richter

Chronologie 19/10/2004
Im Druck https://elaph.com/ElaphLiterature/2004/10/16781.htm

In ihrer Berichterstattung über die arabische Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse veröffentlichte die Zeitung Al-Hayat einen Artikel des Journalisten Abdo Wazen, der unbegründete Vorwürfe gegen den deutschen Schriftsteller Günter Grass enthielt, insbesondere im Zusammenhang mit seiner gemeinsamen Lesung mit mir im ARTE-Pavillon. Entsprechend journalistischer Standards verfasste ich eine Gegendarstellung; jedoch wurde diese vom selben Autor gekürzt und in verzerrter Form veröffentlicht, was mich dazu veranlasste, sie erneut vollständig zu publizieren.

Ich schreibe gewöhnlich weder über Veranstaltungen, die ich organisiert habe, noch über meine eigenen Leistungen, noch reagiere ich auf persönliche Angriffe. Doch angesichts der Bedeutung dieses Ereignisses und des Mangels an Objektivität sah ich mich gezwungen, den Sachverhalt darzulegen.

Trotz gewisser organisatorischer Schwächen im arabischen Kulturprogramm organisierte die von mir geleitete Stiftung „Diwan Ost–West“ zwei thematische Tage: einen für den Irak und einen für den Jemen. Der Irak-Tag vereinte bedeutende Stimmen aus Literatur und Kunst und spiegelte die Vielfalt und die schwierigen Erfahrungen des Landes wider.

Die Diskussionen behandelten zentrale Fragen zur Zukunft des Irak, zur Rolle von Widerstand und zu den Folgen von Besatzung und Diktatur. Unterschiedliche Positionen spiegelten die Komplexität der Situation wider.

Der Jemen-Tag hingegen wurde durch die Teilnahme von Günter Grass zu einem Höhepunkt des kulturellen Austauschs zwischen Arabern und Deutschen. In seiner Rede würdigte Grass die arabische Kultur und ihre Tradition der Toleranz und unterstrich die Bedeutung des Dialogs.

Während die deutsche Presse dies als großen Erfolg wertete, rief es in Teilen der arabischen Öffentlichkeit Kritik hervor. Diese Reaktionen offenbaren eine problematische Haltung, die kulturelle Anerkennung als exklusives Privileg versteht.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die positiven Eindrücke, die durch solche Begegnungen entstehen, nachhaltiger sind als jede verzerrte Darstellung.